SCRUM im Überblick (3013)
Um was geht’s?
Dieses Video gibt einen Überblick über den Lebenszyklus des Scrum-Ansatzes im Schnelldurchlauf. Wer bereits Scrum-Master ist, für den sollte der Inhalt dieses Videos hinlänglich bekannt sein.
Update 2026: Das Video ist schon etwas älter, und der Scrum Guide hat sich seitdem geändert (aktuell: Fassung 2020). Das Scrum Team besteht aus Product Owner, Scrum Master und Developers – ein eigenes „Entwicklungsteam“ gibt es nicht mehr. Der Scrum Master heißt nicht mehr „Servant Leader“, sondern „true leader who serves“. Neu sind drei Commitments: Product Goal (zum Product Backlog), Sprint Goal (zum Sprint Backlog) und Definition of Done (zum Inkrement). Und ganz wichtig für die Prüfung: Das Daily Scrum ist kein Berichtstermin, sondern ein Planungsmeeting der Developers. Die Erinnerungshilfe unten ist bereits angepasst.
Kurze Erinnerungshilfe
- Scrum ist der derzeit bekannteste Vertreter der agilen Methoden. Scrum ist aber nicht gleich agil, sondern „nur“ eine Ausprägung.
- Product Owner
- trägt das Thema nach vorne, will es umsetzen
- erstellt und verantwortet das Product Backlog und verfolgt das Produktziel (Product Goal)
- Product Backlog ist eine geordnete Liste von allem, was ins Produkt soll – häufig als User Stories formuliert (der Scrum Guide schreibt das aber nicht vor)
- Die Umsetzung benötigt
- selbstmanagende, interdisziplinäre Developers mit
- einem Scrum Master („true leader who serves“, früher „Servant Leader“)
- Iterativer Ablauf
- Im Sprint Planning legt das Scrum Team das Sprint-Ziel fest und überführt die passenden Einträge aus dem Product Backlog in das Sprint Backlog
- Sprint ist eine vorher fest definierte Entwicklungsdauer (höchstens ein Monat)
- Das Team leitet aus den User Stories Einzelvorgänge ab
- Daily Scrum (time-boxed, 15 Minuten): Die Developers prüfen ihren Fortschritt in Richtung Sprint-Ziel und planen den nächsten Arbeitstag. Achtung: Das ist kein Statusbericht an Scrum Master oder Product Owner!
- Am Sprint-Ende
- wird das fertige Inkrement im Sprint Review mit den Stakeholdern begutachtet – und das Product Backlog bei Bedarf angepasst
- trifft sich das Team zur Retrospektive
- Dieser Zyklus wiederholt sich, bis wir fertig bzw. release-fähig sind.
- Aus jedem Sprint kommen neue User Stories ins Backlog.
- Der Product Owner priorisiert das Backlog immer wieder nach Bedarf.
- Hilfe bei der Priorisierung ist das MMP – Minimum Marketable Product, (oder auch MVP – Minimal Viable Product).
Und in der Praxis?
Scrum selbst hat im Laufe der Zeit Änderungen erfahren. Der Vorteil des schlanken Ansatzes von Scrum ist seine Einfachheit. Scrum wird in einem so genannten Scrum Guide beschrieben, der online verfügbar ist und auch die wirklich aktuelle Referenz zu Scrum für Sie darstellen sollte:
Hier geht‘ zum Scrum Guide auf https://scrumguides.org
Leider werden aber auch viele praktische Fragen nicht thematisiert. Sie sind also nicht „vereinfacht“, sondern einfach weggelassen. Ein Beispiel wäre z.B., wie das Team aus der Organisation zusammengestellt wird. In Scrum ist das Team einfach da. Diese fehlenden Elemente führen in der Praxis zu eigenen Interpretationen, die nicht immer im Sinne des Scrum-Guides umgesetzt werden.
Reflexionsfragen
- Kennen Sie den Scrum Guide im Detail?
- Wo sehen Sie Abweichungen oder kritische Punkte im praktischen Einsatz?
- Wie würden Sie Toleranzschwellen interpretieren? Ab wann ist Scrum nicht mehr Scrum?
Podcasts zum Thema
Aus unserem Projektmanagement-Podcast – zum Vertiefen und für die Praxis:
- Was macht Scrum erfolgreich? (Folge 152) – Was Scrum erfolgreich macht – Rahmenwerk statt "Zombie-Scrum".
- Was heißt hier Scrum 2.0? (Folge 126) – Was hinter dem Scrum Guide steht – Scrum in der Praxis.
- Agile Best Practices: Die Macht der Definition of Ready (Folge 205) – Definition of Ready als Gegenstück zur Definition of Done.
Zum Weiterlesen
Agile Practice Guide, 2. Auflage (PMI und Agile Alliance, 2026), Anhang A3.2 – Scrum (Überblick); maßgeblich bleibt der Scrum Guide auf scrumguides.org
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